Photo by N.Argyropoulos; Feb.2007


Woher kommt das Räuchern von Harzen, Hölzern, Kräutern usw.?!
Wo waren die Anfänge und was bewegt die Menschen bis heute dazu zu räuchern?!


Noch bevor das Räuchern entdeckt wurde, war das Feuer. In der Steinzeit erkannten die Menschen den Nutzen des Feuers. Als erstes diente es wohl zum Schutz vor Raubtieren. Doch mit der Zeit erkannten die Menschen auch, dass das Feuer wärmt, die Umgebung erhellt und beleuchtet usw.

Bald schon wurde das Feuer das Zentrum jeder gemeinschaftlilchen Zusammenkunft.
So wurden da herum Neuigkeiten ausgetuascht, Geschichten erzählt, musiziert,
ja sogar ganze Feste wurden um das Feuer herum zelebriert.
Ebenso wurden auch Rituale und Zeremonien rings um das Feuer abgehalten. Durch die dort hineingeworfenen Kräuterbüschel und Hölzer, bemerkten die Menschen recht schnell die daraus entstehende, wohltuende Wirkung.
Oftmals hatte das Feuerholz oder die Hölzer noch Harztropfen an sich und
abermals
entstand ein angenehmer Duft und auch dessen Wirkung blieb nicht unbemerkt.
So kam es, dass die Menschen Pflanzen und Kräuter nach ihrer Wirkung und ihrem Duft sammelten und danach sortierten.
Da das Feuer als Geschenk der Götter angesehen wurde und
dessen Rauch in hohe, himmlische Sphären zu steigen schien, wurde dieses genutzt um Bitten,
Wünsche, Gebete, u.ä. an sie zu richten.


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In den Hochkulturen lag die Kunst des Räucherns in den Händen der Priester (oder Priesterrinnen) und der Könige. Die Rezepte, die als ebenso besonders und heilig galten – und gelten – wie die darauf beschriebenen Räucherstoffe wurden damals wie teils auch heute noch, von Eingeweihten und Heilkundigen erstellt.
In den auflebenden Mysterienkulte der Spätantike ging es sogar soweit,
dass für jede einzelne Gottheit, genaue Angaben über die jeweiligen Räucherstoffe gemacht wurde
(Bsp. Aphrodite liebt blumige Düfte).

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In der griechischen Antike:


Photo by N.Argyropoulos; Sept.2008


In dem bemerkenswertem und grossartigem Werk Homers (ca. 750 v. Chr.)
erlebt der Leser /die Leserin eine Vielfalt verschiedenster Göttergestalten,
in Verbindung mit der Welt der Pflanzen.
Edler, wohlriechender Duft zeugte von der Anwesenheit der Götter und
so wurde Myrrhe und Weihrauch ihrem Duft gleichgesetzt,
da diese Harze als die edelsten Zutaten bei rel. Räucherungen galten.
Vor allem bei Orakelsprüchen und ähnlichem waren sie nicht wegzudenken.
Jedes einzelne Harz, jeder einzelne Räucherstoff wurde einer Gottheit zugeordnet.
Bei jeder Gelegenheit, bei allen Arten von Festen und Zeremonien zu ehren – oder zur Freude –
der Götter wurden die feinsten und auch edelsten Räucherstoffe verräuchert.



Ein paar der typischen Räucherstoffe waren:
Lorbeer, Benzoe, Weihrauch, Myrrhe, Gewürznelken, Labdanum, u.a.
Auch in der traditionellen Medizin wurde geräuchert (Weihrauch hat zB. eine antiseptische Wirkung)


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(c) by Nicoletta Argyropoulos - Auszug aus eigenem Kursskript
(Verwendung des Textes wie des Skriptes erst nach Absprache mit mir erlaubt!)